Was sich geändert hat
OpenAI hat die Anzeigen Ende August in Deutschland und rund 30 weiteren europäischen Ländern gestartet. Sie erscheinen bei Nutzern der kostenlosen Version und des günstigen Go-Tarifs, direkt unter der Antwort und als „Sponsored“ gekennzeichnet. Wer Plus oder ein Business-Abo hat, sieht keine Werbung.
Spannend für Werbetreibende: In der EU sind die Anzeigen zunächst nicht personalisiert. ChatGPT blendet sie passend zum aktuellen Gespräch ein, dazu kommen nur grobe Angaben wie ungefährer Standort, Sprache und Gerät. Wer also fragt, welcher Physiotherapeut in Montabaur abends Termine hat, könnte darunter genau so eine Anzeige sehen. OpenAI betont, dass die Anzeigen die Antwort selbst nicht beeinflussen.
Was noch offen ist
Abgerechnet wird nach Einblendungen oder nach Klicks, gesteuert über einen eigenen Ads Manager. Eine Self-Service-Variante für kleinere Unternehmen ist angekündigt, Mindestbudgets und die Erfolgsmessung sind aber noch nicht überall klar geregelt. Viele der ersten Kampagnen laufen über große Mediaagenturen. Für einen Handwerksbetrieb aus dem Westerwald ist das heute noch kein Kanal, den man blind bucht.
Was wir dir raten
1. Erst die Grundlagen. Ob ChatGPT dich in einer Antwort empfiehlt, hängt nicht von Anzeigen ab, sondern davon, ob deine Website klar sagt, was du machst und wo. Das ist das Thema GEO-Optimierung und kostet keinen Cent Werbebudget.
2. Tracking in Ordnung bringen. Egal ob Google, Meta oder ChatGPT: Ohne sauberes Tracking weißt du nicht, welche Anzeige Anfragen bringt. Google Analytics 4, Consent Mode und die Conversions API von Meta sollten stehen, bevor Geld fließt.
3. Bewährtes zuerst. Für die meisten Betriebe in der Region bringen Google-Suchanzeigen im Umkreis von 20 bis 30 Kilometern noch immer die günstigsten Anfragen. Instagram und Facebook sind stark, wenn es um Bekanntheit, Events oder Recruiting geht. Und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil gehört sowieso dazu.
4. ChatGPT testen, wenn es passt. Sobald die Buchung für kleinere Budgets offen ist, lohnt sich ein begrenzter Test, vor allem für Leistungen, zu denen Menschen viel recherchieren: Praxen, Handwerk, Tourismus, Weiterbildung.
Google, Meta oder ChatGPT?
Bis dahin gilt: Eine gute Website ist immer noch die beste Anzeige.